Erster Tag

Guten Tag,

Hedi

mein Name ist Hedi vom Kinderbach. Wie ihr sehen könnt, ich bin eine kleine Münsterländer Hündin und wurde am 04.11.2013

gewölft. Mein Züchter ist sehr erfahren, ich hatte eine hervorragende Unterkunft.  Die könnt ihr euch im Internet anschauen,

einfach den Link anklicken. Meine Geschwister und ich konnten uns an die unbelebte und

belebte Umwelt gewöhnen. Am 03.12. bekamen wir wieder mal Besuch. Der wichtigste Besuch meines Lebens.

Meine neuen Sozialpartner waren da. Ich nenne sie von nun an: Herrchen und Frauchen.

Sie verabredeten mit dem Züchter, dass ich am 01.01.2014 abgeholt werde.

Wie ich in einer wilden und lauten Nacht, kurz bevor ich meine Reise antrat feststellen konnte, war der Termin nicht willkürlich

gewählt. Es war gut, bei solch einem Krawall, im Schutz von Mama und den Geschwistern zu sein. Die Beiden planen

scheinbar alles sehr genau, auch der Verkehr war am Tag der Abholung sehr gering. Sagen sie jedenfalls.

Für mich war die Fahrt eh völlig unbeschwerlich. Im Auto lag eine Decke, die genau so roch wie mein ehemaliges zu Hause.

Ich schlief selig ein und als wir dann an einem ruhigen Parkplatz pausierten, sah ich ihn zum ersten mal.

Er heißt Brisko und gehört auch zur Gemeinschaft. Über ihn muss ich zwangsläufig ab und zu berichten, obwohl es hier um mich

geht. Fakt ist: Ich nenn ihn STREBER. Egal was Herrchen ihm sagt, er macht's. Der nässt und schüttelt sich sogar wenn er es gesagt

bekommt, das muss man sich mal vorstellen.

Also, ich werde versuchen die Dinge auszudiskutieren.

 

Als wir dann an meiner neuen Wohnstätte ankamen, gab es endlich Futter. Komisch, genau so hat es auch bei meinem Züchter

geschmeckt. Streber hat sein eigenes Futter, auch lecker, aber leider tabu.

Tja, so wie einiges hier tabu für mich ist.

Na ja, wohl genährt satt und glücklich, drückte die Blase und auch lösen musste ich mich dringends. Herrchen beobachtete

mich genau, denn just in dem Moment als ich mich hin hockte, grummelte er ein unfreundliches Wort. Natürlich wusste ich nicht wie

mir geschah, aber als ich dann im Garten dass Gleiche tat, freute er sich. Stimme und Gestik waren auf einmal ganz ganz

freundlich. Für mich war es genug Aufregung, der Tag ging zu Ende und wir gingen schlafen. Streber hörte das Wort Hundeplatz und

verschwand. Ich schlief direkt neben Herrchen. Das Bett, ich brauch es euch nicht zu sagen, war tabu. Ich lag da also neben ihm

und es roch wieder wie bei Mama. Ich schwöre, ich winselte nur einmal, dann legte Herrchen seine Hand zu mir ins Lager und ich

schlief ein. Noch bevor ich richtig wach wurde und mich etwas nervös vokalisierte, saß ich mit meinem Hintern wieder im Garten und

nässte. Keine Ahnung warum Herrchen sich darüber so freut, aber er machte wieder ganz vergnügte Geräusche. 

Also, ich vermute mal, dass ist so eine Art mir klar zu machen was ich tun und was ich besser lassen soll.

 

Hier läuft alles sehr planvoll und strukturiert. Ich habe mehrmals am Tag Unterricht, nie wirklich lang, aber es strengt mich halt an

und es gibt so viel zu lernen. Regelmäßige ausgiebige Spiel- und Schmuseeinheiten gehören auch dazu.

Was mir nicht so gut gefällt ist, dass ich mich manchmal nicht dort weg bewegen darf wo ich mich gerade befinde.

Herrchen legt immer etwas dort ab, dann dreht er sich weg und geht. Natürlich möchte ich hinterher, aber er macht dann so ein

Geräusch und ich bleibe lieber da wo ich bin. Das klappt schon sehr gut und er freut sich doll darüber.

So das waren viele Ereignisse, aber ich denke der erste Eindruck ist der Wichtigste und ich werde

mich in Zukunft kürzer fassen.

 

LG Hedi

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