10 Monate

Hedis gelber Verband

Hey!

Ihr Lieben, merkwürdige Dinge geschehen in so einem Hundeleben. Vorweg erstmal, JA mir geht es gut. Herrchen erzählte mir von all den besorgten Fragen, warum ich nicht mehr schreibe. Nun. Es ist halt so dass ich auf ihn angewiesen bin. Ereignisse, Fortschritte aber auch "kleine Rückschläge" (ich hatte eine Gelenkentzündung) um darüber zu berichten, gab bzw. gibt es genug. Nein vielmehr ist es dem Zeitmanagement, voller Terminkalender, Zeit für die Zweibeiner usw. geschuldet. Das ist allerdings ein Bereich über den ich mich nicht auslassen möchte. Genausowenig wie über heldenhafte Taten des Wurms. Nein nicht ich hatte Würmer, ohne jetzt in die Thematik des Gurkenkernwurms sonstiger Haken,- Rundwürmer usw. oder, den daraus resultierenden Diskusussionen einsteigen zu wollen, dass wir schließlich alle Würmer hätten. Hier geht es um einen Endoparasiten von sogenannten Häckern, der unseren Rechner befallen hatte.

Zurück zu merkwürdigen Dingen. Bis vor ca. 2 Monaten hatte ich einen starken "Juckreiz" in meinem Fang. Das lag an der Entwicklung meines bleibenden Gebisses eines Caniden. Statt der 28 Milchzähne habe ich nun, so wie Herrchen es gern nennt, 42 Waffen in meinem Maul. Grund genug uns gut zu sozialisieren und gut zu behandeln ;-). Mir ging es richtig gut und ich machte gewaltige Fortschritte im Training. Kaum hatte ich mich an den Zustand der "Sorglosisgkeit" gewöhnt, da fing ich an zu färben. Im Vorfeld zeigte sich schon dass etwas "merkwürdiges" passierte. Olfaktorisch muss sich jedenfalls richtig stark etwas verändert haben. Die hündischen Herren aus Nachbarschaft und häuslicher Gemeinschaft, zumindest die intakten, waren stets entzückt mich zu riechen, sehen, schmecken, höhren oder zu berühren. "Das sind die fünf Wahrnehmungsarten die wir zur Verfürgung haben". Bei den Reviergängen mochte ich mich nicht mehr recht von Herrchen lösen. Wir stellten den "Übungsbetrieb", abgesehen von etwas Basisarbeit, ein.

Das Feuerwerk in meinem Synapsen war grandios. Ich stellte auch einiges in Frage. Hey ich bin in der Pubertät schrie ich meinem Umfeld und Sozialparnern förmlich zu. Wenn ich naß von draußen rein kam, vollführte ich Teppichtänze. Meine Leute fanden es lustig. Um das nachvollziehen zu können, stellt ihr euch am Besten vor, wie jemand auf glühenden Kohlen läuft, nur bereitete es mir keine Schmerzen. Selbstverständlich trug aber nicht alles was ich tat zur Belustigung bei. Mein Hörsinn schien in der Zeit stark nachgelassen zu haben. Bestimmte Signale wollten einfach nicht mehr durchdringen:-)  

Mit Fug und Recht darf ich dennoch behaupten, dass ich bereit zur HZP war. Es geht natürlich nicht darum wie schnell ein Hund prüfungsvorbereitend "durchgearbeit" ist. Es ist lediglich nicht unmöglich, zähe Diskussionen über etwaige Punktverluste und so weiter, sind natürlich widerum Bestandteil einer frühen Prüfung. Wie auch immer, diese Fragen stellten sich ja nicht mehr.

Herrchen sagt immer, er ginge mit dem Hund zur Jagd und nicht mit dem Prüfungszeugnis. An so einem Prüfungstag kann schließlich allerhand passieren. Ich weiß natürlich wie wichtig es ihm ist, dass ich sehr gut durch eben diese komme, nicht umsonst üben wir regelmäßig dafür.

Er war auch besonders stolz das bei drei HZP´n Briskos Nachkommen Suchensieger wurden und zum Teil sogar die Plätze direkt dahinter belegten. Bei der Art und Weise wie er mit mir übt, geht sehr viel über positive Bestätigung, Motivation, Stellvertreterreize, Konflikte und das Setzen von Grenzen. Glaubt mir, es ist schon eine Versuchung dass zu apportierende auszuspucken, wenn wie aus dem Nichts auf einmal ein saftiger Fleischbrocken vom Himmel fällt. Gleiches gilt für zahlreiche Übungslektionen, in denen ich immer wieder Reizen ausgesetzt werde, um zu überprüfen ob gelerntes auch in diesem Kontext gilt.

Das ich für die Prüfungen gut vorbereitet werde ist natürlich ein Schwerpunkt. Ich weiß aber sicher, das wir sehr viel Wert auf folgende Dinge, die ICH ;-) ihm erklärt habe, legen.

Der Umgang sowohl mit Artgenossen als auch mit Menschen, das Zurechtfinden in der belebten Umwelt, sind Themen die uns wichtig sind. Wie oft habe ich es nun erleben müssen, Leinenaggression-frustration, Ressourcenkämpfe, Defiziete in der Kommunikation, mangelnde Fähigkeiten im  Umgang mit Frust. Ich könnte in den Aufführungen fortfahren. Liebe Leser, ja Gehorsam ist wichtig und wie ich schon erwähnte, wir brauchen Grenzen, eben diese Grenzen die es uns möglich machen in dieser Welt mit ihren Regularien, Verordnungen und begrenztem Lebensraum zu recht zu kommen. Dazu langt aber nicht das Üben der 5 Basissignale, vielmehr bedarf es eines vernünftigen Umgangs. Auslastung, Begrenzung, Zuneigung, Erziehung sollen hier mal ins Feld geführt werden. Ich darf von mir behaupten dass ich all dieses in großem Maß erfahren darf. Glaubt mir, wenn Brisi und ich draußen auch echt mit Dampf unterwegs sind, so fallen wir jedoch meist positiv auf. Sobald wir im Haus sind, nehmen wir uns zurück und haben das Glück, mit Menschen zu leben, die uns Hunde auch wie Hunde behandeln. LG und bis 2015 eure Hedi